Unser Beitrag zum Volkstrauertag 2023

Seit vielen Jahren beteiligen sich Schülerinnen und Schüler unserer Schule mit Beiträgen am Volkstrauertag auf dem Friedhof in Thalfang.

In diesem Jahr vertraten Emily Jungbluth, Schülersprecherin der Schule, Amelie Breit, Helena Ertl und Nazgül Kaplan die Schulgemeinschaft.

In der Vorbereitung auf den Volkstrauertag mit Schulleiterin Frau Becker und Herrn Hochhalter war die „Stimmung“ sehr bedrückt.

Es war ganz klar, es ist ungeheuer wichtig der Millionen von Toten des ersten und zweiten Weltkrieg zu gedenken und insbesondere auch derer, die ihr Leben verloren, weil sie gegen die NS-Diktatur kämpften.

Aber wie bereitet man einen Beitrag für den Volkstrauertag 2023 vor – angesichts des unfassbaren derzeitigen Weltgeschehens? Angesichts der zunehmenden kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Welt? Angesichts unseres eigenen Entsetzens und unserer eigenen Überforderung?

Wir haben dann über die Sorgen und Ängste von Jugendlichen gesprochen und darüber, die eigenen Gedanken ganz einfach aufzuschreiben und den Teilnehmerin-nen und Teilnehmern des Volkstrauertags mitzuteilen.

 

 


Emily Jungbluth


Krieg

Angst

Chaos

Ungerechtigkeit

Gewalt

Flucht

Tränen

Verlust

Trauer

Schmerz

 

                                                                   
                                            Amelie Breit

Chaos – ein Wort so unbegreiflich wie die Situation in unserer Welt.

Ein Wort, was begreifen lässt, was der unaufhörliche Krieg mit unserer Erde macht.

Ein Wort, was das Gefühl beschreibt, wenn Menschen aus Angst vor Waffen und Gewalt aus ihrer Heimat fliehen, wenn sie bangen, morgen überhaupt wieder aufzuwachen.

Ein Wort, was nicht begreiflich macht, wie viele Menschen für die grauenhaften Vorhaben der Diktatoren Gewalt erfahren und ihr Leben verlieren.

Was wäre, wenn keiner mehr kämpft und die Soldaten ihre Waffen niederlegen? Was ist, wenn Krieg ist und keiner hingeht?

 


                                                    Helena Ertl

Was bedeutet Krieg für mich?

Wenn ich an Krieg denke, ist der erste Gedanke „Angst“.

Die Menschen haben Angst, aber auch ich habe Angst.

Ich habe Angst, dass es auch hier bei uns wieder Krieg geben könnte.

Ich habe Angst, dass ich eines Tages gezwungen werde eine Waffe in die Hand zu nehmen und auf einen Menschen zu zielen.

Ich habe Angst, dass ich abdrücken müsste.

Auf wen würde ich zielen?

Auf einen Mann, der eine Familie zu Hause hat, auf eine Mutter, die um ihr Überleben kämpft oder auf einen Jugendlichen in meinem Alter?

Egal auf wen, es sind alles Unschuldige.

Mir wird eiskalt, wann ich daran denke, dass diese Angst Menschen tagtäglich fühlen.

Jeden Tag morden unschuldige Menschen andere unschuldige Menschen, wie viele müssen noch sterben, wie viele müssen noch leiden, bis jeder endlich versteht, dass einander umzubringen nicht die Lösung ist?

 


                                                              Nazgül Kaplan

Meine Gedanken über den Krieg

Ich denke oft darüber nach, wie normal die Jugendlichen in meiner Umgebung zurzeit mit dem Krieg umgehen.

Sobald irgendwo auf dieser Welt ein Krieg anfängt, wird es am Anfang groß thematisiert, doch dann verblasst es nach einer bestimmten Zeit und schon ist dieses Thema Normalität.

Leider habe ich das Gefühl, dass Krieg langsam zu einer Gewöhnungssache wird und das fühlt sich einfach falsch an, denn Krieg sollte keine Gewöhnungssache sein. Man darf einfach nicht die unschuldigen Menschen, die sich im Krieg befinden, vergessen.

Wenn ich persönlich an Krieg denke, gehen mir diese bestimmten Sorgen durch den Kopf, die manchmal nicht zulassen, dass ich nachts schlafen kann. Solche Sorgen sind bei mir z.B.:

Was ist mit unserer Zukunft?

Denkt denn niemand an uns?

Ich will nicht, dass wir vom Krieg umgeben sind.

Wird Krieg wirklich immer mehr Normalität für Menschen?

Bin ich alleine mit meinen Sorgen?


Menschen dürfen nicht vergessen, wie schlimm Krieg doch eigentlich ist.
 

 


                                                Emily Jungbluth


Was wäre ...


Wenn es einmal keinen Krieg gäbe?

Wenn es für uns Jugendliche nicht normal wäre, soviel darüber zu wissen?

Wenn es keine Diktatoren und Machtbesessene gäbe, die Kriege beginnen?

Wenn es keine Familien mit Kindern auf der Flucht gäbe?

Wenn Menschen nicht mehr um ihr Leben kämpfen müssten?

Wenn keine Soldaten ihre Familie zurücklassen müssten?


Was wäre, wenn das alles ein Ende hätte?

Wäre unsere Welt dann eine bessere?


Eigentlich müsste man doch denken, dass alle Menschen gegen Krieg sind.

Doch das ist leider nicht so.

Es gibt sie, die Menschen, die dafür sind.


Ganz besonders die, die nicht hingehen müssen.


Denn sie verstehen nicht, dass ein gewonnener Krieg bedeutet, den Frieden verloren zu haben.